Aufgrund eines aktuellen Vorfalls in der Klinik habe ich mir wieder Gedanken zum Thema Sterben gemacht.Nicht zum ersten Mal. Sicher auch nicht zum letzten Mal. Der Tod ist in meinem Beruf einfach ein ständiger Begleiter.
Es kann so schnell passieren. Wie schnell kann ein junges Leben grausam ausgelöscht werden? Wir sind es dem Leben schuldig bewusst zu leben. Ich persönlich weiß das ich dem Tod folgendes sagen würde:
Ich weiß wieviele und welche Menschen um mich trauern würden. Ich wüsste welche Person sich an welches Ereignis mit mir zurück erinnern würde....Ich wüsste welche Person welche Gesten und Momente mit mir verbindet. Ich wüsste das ich allgegenwärtig wäre auch wenn ich nicht mehr da wäre. Ich wüsste nie vergessen zu werden, Und ich wüsste das ich mir keine Vorwürfe machen müsste, ich hab getan was ich wollte - gelebt, geliebt, gelacht, geträumt, gesponnen,gesungen, gesiegt, auch mal verloren aber hey das gehört dazu und ich würde zu mir selbst sagen "Na gut Kate, war ne kurze Show, aber geil war sie trotzdem!"
Das nimmt mir die Angst! So kann ich mit allem umgehen. Und wenn ich falle stehe ich wieder auf. Und wenn ich nicht mehr allein hochkomme, dann wird immer jemand da sein um mir aufzuhelfen und mich zu stützen. All diesen Menschen bin ich unglaublich dankbar!
Ich danke für Eure Aufmerksamkeit!
Posts mit dem Label nachdenken Leben Sterben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label nachdenken Leben Sterben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 10. Dezember 2010
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Die Hoffnung auf Schnee
Nach langer Zeit wird es jetzt endlich mal wieder einen Blog-Eintrag geben. Es wird allerdings eine ganz andere Art von Beitrag sein. Es geht weder um Kosmetik, Filme, Bücher, Musik oder ähnliches - Diesmal geht es einfach nur um das Leben!
Ich hatte heute einen mir bereits bekannten Patienten in der Klinik. Fortgeschrittenes Tumorwachstum. Endstadium....
Ich hatte heute einen mir bereits bekannten Patienten in der Klinik. Fortgeschrittenes Tumorwachstum. Endstadium....
Das an sich wäre nichts besonderes aber seine Worte haben mich tief bewegt!
Er saß vor mir in einem Rollstuhl und musste Blut erbrechen. Er wischte es sich lächelnd ab und meinte zu mir: "Ich seh aus wie Dracula,oder?" - So ist es immer...Die netten und humorvollen Patienten bekommen es irgendwie immer besonders hart vom Schicksal ab. So sehe das nicht nur ich sondern auch meine Kollegen. Auf jeden Fall kam ich mit ihm ins Gespräch.
Er erzählte von seinen Enkeln, denen er gerade einen Schlitten gebaut hat. Etwas an der Art und Weise wie er vom Leben sprach trieb mir schon beinahe die Tränen in die Augen. Er sprach so liebevoll - Angetan, dankbar für jeden Tag. Er sagte zu mir ich müsse ihm nix vormachen, er wüsste ja wie schlecht es um ihn stünde. Ich musste schlucken. Er bemerkte dies und sagte zu mir:
"Sie sind schon eine Weile in dieser Klinik,oder? Ich habe mich bisher bei ihnen immer gut aufgehoben gefühlt. Sie sind herzlich und strahlen Wärme aus. Schwester - Sie sind ein guter Mensch! Wenn ich dann mal "oben" bin werde ich ein gutes Wort für sie einlegen. Damit man immer gut auf Sie aufpasst! Ich habe keine große Angst vorm Sterben. Mein Leben ist großartig gewesen. Ich hatte Kinder,Enkel, eine liebevolle Frau und viele Freunde!Aber wenn ich mir was wünschten dürfte, wissen sie was es wäre? Ich möchte den Schnee nochmal sehen bevor ich gehe. Um zu sehen ob der Schlitten gut ist für die Kleinen!"
Ich rang mir ein Lächeln ab. "Hoffentlich schneit es bald!" flüsterte ich ihm hinterher als er von einer Schwester seiner Station aus meinen Blickfeld geschoben wurde....
Abonnieren
Posts (Atom)